Qualifikationsziele und Kurzbeschreibung
Die Vorlesung führt in die technischen, theoretischen und gestalterischen Grundlagen des Sound Designs ein. Die Studierenden lernen, wie akustische Signale entstehen, aufgenommen oder synthetisiert werden können. Sie lernen, wie die Digitalisierung von analogen Signalen funktioniert und wie Signale digital weiterverarbeitet werden können. Des weiteren thematisiert das Modul die praktischen Einsatzgebiete von Sound in Musikproduktion, Filmmusik und Filmvertonung bis hin zu funktionalen Sounds von Geräten oder dem Einsatz in digitalen Anwendungen. Die theoretischen Grundlagen werden in praktischen Experimenten und Aufgaben während der Vorlesung und außerhalb vertieft.
Lernergebnisse
Nach Abschluss des Moduls haben die Studierenden ein grundlegendes Verständnis der physikalischen Prinzipien der Schallausbreitung sowie die Funktionsweise analoger und digitaler Übertragungsketten. Sie sind in der Lage, die Mechanismen der Analog-Digital-Wandlung mathematisch zu bewerten und Synthesizer-Architekturen zur gezielten Klanggestaltung mittels Wellenformen, Filtern und ADSR-Hüllkurven zu nutzen. Darüber hinaus können sie Dynamikverarbeitung, zeitbasierte Effekte zur Signaloptimierung verstehen und gezielt einsetzen. Sie beherrschen grundlegende Konzepte der Musiktheorie und Psychoakustik auf das Sound-Branding anzuwenden und sie verstehen die Herausforderungen in digitalen Anwendungen wie ressourceneffiziente Ladestrategien für Audiodaten oder kognitive Überlastung.
Studieninhalte
Technische Grundlagen von analogen und digitalen Audiosignalen
Die Veranstaltung führt in die physikalische Schallausbreitung in verschiedenen Medien sowie grundlegende Phänomene der Raumakustik wie Interferenz, Reflexion, Nachhallzeit und Raummoden ein. Darauf aufbauend wird analoge und digitale Aufnahmetechnik, Mikrofoncharakteristiken und Symmetrierungsverfahren, sowie verschiedene Übertragungsmodalitäten wie TRS, XLR oder Bluetooth vermittelt. Die Digitalisierung von Audio wird mit Inhalten zur Diskretisierung von Audiosignalen mittels PCM, dem Nyquist-Shannon-Abtasttheorem, Quantisierungseffekten sowie verlustfreie und verlustbehaftete Kompressionsverfahren theoretisch untermauert.
Klangsynthese, Effektbearbeitung & Räumlichkeit
Die Studierenden lernen die Grundlagen von Klangsynthese, wie additive, subtraktive und Wavetable-Syntheseformen sowie deren zeitliche Manipulation durch LFOs und ADSR-Hüllkurven. Die Signalbearbeitung umfasst den Einsatz von Equalizern, Filtern und Dynamikprozessoren wie Kompressoren, Noise Gates und Sidechaining. Zudem werden zeit- und modulationsbasierte Effekte wie Delay, Reverb, Chorus und Phaser sowie die Grundlagen des dreidimensionalen Hörens (ILD, IPD, HRTF) behandelt.
Musiktheorie, Audio UX & Systemintegration
Inhalte zu Harmonielehre, Musiktheorie (wie der Wirkung von Dreiklängen und der Pentatonik) in funktionalen Kontexten ergänzen den technischen Teil. Die Studierenden analysieren die psychologische Wirkung von Sound im Film und erarbeiten Konzepte für Audio-UX und Sound-Branding. Es werden softwareseitige Integrationsstrategien wie Preloading, Just-in-Time-Loading und Audiostreaming zur Optimierung des Arbeitsspeichers diskutiert und ein Ausblick auf den Einfluss moderner, generativer KI-Audiomodelle gegeben.
Praktische Übungen & Projektarbeiten
Die Vorlesung wird durch praktische Aufgaben in der digitalen Audioverarbeitung begleitet. Die Studierenden lernen den Umgang mit Audio Editing Software und mit Digital Audio Workstations (DAW). Die Übungen reichen von Aufgaben von der akustische Optimierung von Sprachaufnahmen, der eigenständige Erstellung synthetischer Klänge mittels Wavetable-Synthesizern, der Foley-Vertonung von Filmsequenzen oder Hörspielen bis hin zur Konzeption funktionaler Notification-Sounds und markenspezifischer Sound-Logos.